Individueller Schüleraustausch

Andrea Kessler: Nach dem Abi als Au Pair nach Kalifornien

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Am 7. Juli 2015, gerade mal ein paar Tage nach meinem Abiball, fand ich mich im Flugzeug nach New York wieder. Bereits im Sommer 2014 hatte ich mich entschieden, ein Jahr als Au-Pair in die USA zu gehen. Anfang Januar 2016 war meine Bewerbung endlich fertig und ich konnte auf Gastfamiliensuche gehen. Einige Wochen später bekam ich eine Anfrage von einer Familie aus Kalifornien. Nach mehreren E-Mails und Skype-Gesprächen stand dann fest, dass ich ihr Au-Pair werde.

Mein Au-Pair Jahr begann mit den sogenannten „Orientation Days“ in New York. Hier traf ich auf über 100 andere Au-Pairs aus der ganzen Welt. Nach einigen Tagen, in denen wir von Betreuern auf unser Jahr vorbereitet wurden und ein bisschen Sightseeing in New York machten, hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Selbst jetzt, nach mehr als neun Monaten, habe ich noch Kontakt zu vielen der Au-Pairs, die ich damals in New York traf und einige konnte ich in den letzten Monaten sogar wieder sehen.

Mit zwei anderen Au-Pairs begab ich mich dann auf den Weg nach San Francisco. Dort wurde ich von meinem host dad abgeholt und nach einer etwa 30-minütigen Fahrt waren wir dann auch schon bei meinem neuen Zuhause. In Sunnyvale angekommen, lernte ich dann meine host mum und meine host kids, die damals 11 und 13 waren, endlich kennen. Außerdem lernte ich Bonnie, den Hund der Familie kennen.

Nach ein paar Tagen Eingewöhnungsphase, begann ich dann zu arbeiten. Außerdem gab es vor Ort gleich einiges für mich zu erledigen, so musste ich etwa eine Social Security-Nummer beantragen und den kalifornischen Führerschein machen.

Normalerweise arbeite ich zwischen 40 und 45 Stunden pro Woche. Außerdem gehen meine Gasteltern auch öfters mal gleichzeitig auf Geschäftsreise und dann bin ich für ein paar Tage alleine mit den Kindern. Obwohl der Altersunterschied zwischen meinen host kids und mir gar nicht so groß ist, fühle ich mich viel mehr als ihre Mutter anstatt als ihre Schwester. Auch außerhalb meiner Arbeitszeit verbringe ich gerne Zeit mit ihnen und ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn ich sie in ein paar Wochen nicht mehr täglich sehe.

Hier vor Ort bin ich Teil eines „Clusters“. Dieser „Cluster“ wird von einer Betreuerin meiner Agentur geleitet. Sie hilft einem am Anfang, mit anderen Au-Pairs in Kontakt zu kommen und ist stets  bei Fragen erreichbar.

Nach mehr als neun Monaten habe ich hier inzwischen unzählige Leute kennengelernt, mit denen ich am Wochenende immer gerne an den Strand, zum Pool oder auf Roadtrips gehe. Mein längster Roadtrip war wohl als wir 15 Stunden zum Yellowstone Nationalpark fuhren. Dabei durchquerten wir vier Staaten. Das Ganze war nur ein verlängerter Wochenendausflug – von Freitag- bis Montagabend. Die insgesamt 30 Stunden Fahrt waren es aber definitiv wert!

Wenn man als Au Pair in die USA geht, ist es vorgeschrieben, dass man auch einige Stunden an einem College oder einer Universität verbringt. Dabei kann man selbst entscheiden, welche Kurse man belegen möchte. Das Angebot reicht von Gitarrenunterricht, Sportkursen oder etwa Wirtschaft bis zu Medizin.

Außerdem hat man normalerweise nur zwei Wochen Urlaub im ganzen Jahr. Da meine Gastfamilie aber sehr reisefreudig ist und mich im Urlaub nicht für die Kinder braucht, hatte ich schon fünf Wochen Urlaub. Somit hatte ich Zeit für einen 10-tägigen Urlaub in Kanada, eine Woche auf Hawaii und etwa zwei Wochen, in denen ich in LA, Las Vegas, am Grand Canyon und an anderen tollen Orten war. Auch am Wochenende nutze ich die Zeit gerne, für einen Kurzurlaub, wie etwa nach Seattle. In den vergangenen Monaten konnte ich somit viele wunderschöne Städte, Strände, Länder und Nationalparks sehen.

Nachdem man am Anfang noch grübelt, ob ein Jahr nicht doch zu lang ist, um so weit weg von zu Hause zu sein, merkt man hier, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht. Ich befinde mich momentan schon in der Endphase meines Jahres und kann mit Stolz auf eine wundervolle Zeit zurück blicken.