Tagebuch des Besuchs der MWITS aus Thailand 2016

Tagebuch des Besuchs der Mahidol Wittayanusorn Science School (MWITS)
aus Thailand am DHG (3.- 14.10.2016)

Falls Sie hier keine Fotos sehen: Geduld, es sind viele …

Montag 3.10. Die Gäste wurden an frühen Nachmittag von einigen Eltern vom Flughafen Zürich abgeholt. In der Cafeteria des DHG war ein Imbiss vorbereitet, um sich nach der Reise zu stärken. Die Gäste wurden auf die Gasteltern verteilt.

Dienstag 4.10. Herr OstD Strack begrüßte die Gäste in der Cafeteria. Frau Walle führte sie anschließend durch die Kapelle und die Schule.
Um 9.30 empfing uns Frau Naeßl-Doms in ihrer Wohnung in der Alten Burg und führte uns persönlich durch alle Räume der Burg.
Nach dem Mittagessen zeigte uns Frau Müller von der Tourist Info die Schönheiten der Stadt Meersburg.

Mittwoch 5.10. Nach einer Doppelstunde Deutsch für Thailänder besuchten wir die Bibelgalerie. Ein Schwerpunkt war eine Einführung in einem Beduinenzelt in die Lebensweise der Nomaden im alten Israel. In der Schatzkammer sahen wir alte wertvolle Bibeln. Zum Schluss druckten wir noch auf der alten Druckerpresse ein Blatt mit dem Psalm 23 zur Demonstration, dass Martin Luther die Bibel für jeden lesbar ins Deutsche übersetzt hatte und Gutenberg durch den Druck die Bibel erschwinglich gemacht hatte.
Den Vormittag schloss eine Doppelstunde Musik für die thailändischen Gäste ab.
Am Nachmittag fuhren wir, die thailändischen Gäste, mit dem Erlebnisbus zum Traktormuseum. Eine eindrucksvolle Sammlung von Traktoren zeigte deren Entwicklung. Dazwischen waren historische landwirtschaftliche Geräte zu sehen, ergänzt durch historische Werkstätten und Geschäfte.
Am Abend trafen sich Gäste und Gastgeber zum Abendessen im angeschlossenen Jägerhof.

Donnerstag 6.10. Durch einen Gastgeber durften wir und die thailändischen Gäste am Vormittag Airbus Space, die „Satellitenschmiede“ vom Bodensee, in Immenstaad besuchen. In zwei Vorträgen erhielten wir einen Einblick in die Aufgaben einiger hier gebauter Satelliten. Besonders interessant war der Vortrag des „Vaters“ des Rosettaprojekts, dessen Flug gerade zu Ende gegangen war: Wie trifft man den Kometen Tschuri, einen winzigen Krümel im All, landet auf ihm und begleitet ihn um die Sonne!
Nach dem Essen in der Airbus-Kantine wanderten Gäste und Gastgeber zum Kletterpark Immenstaad. Nach einer Einführung tummelten sich alle Schüler in den Klettersteigen im Geäst der Bäume.

Freitag 7.10. Gleich morgens fuhren wir und die thailändischen Gäste nach Unteruhldingen. Zuerst besuchten wir am Ende der Mole den „Uhldi“ aus der Bronzezeit. Von dort hatten wir auch einen Überblick über die Pfahlbauten und den Überlinger See. In einigen Häusern des Museums erfuhren wir Einzelheiten über das Leben und die Arbeit in der Stein- und Bronzezeit. Wir konnten dann noch die Anlage und das Museum erkunden.
Am Nachmittag brachten uns Eltern zur Bodenseewasserversorgung. Fachkundig wurden und die einzelnen Schritte und Anlagen erklärt, die aus dem sauberen Wasser des Bodensees das beste Trinkwasser machen. Am Ende durften wir das Wasser vor Ort verkosten.
Die beiden thailändischen Begleiter nahm ich zu einem kleinen Oktoberfest zu mir nach Hause. Anschließend fuhren wir nach Bodman in den „Bunten Löwen“ zum wöchentlichen Treffen der dort lebenden Flüchtlinge und des Helferkreises. Dort erlebten sie die Betreuung der Flüchlinge.

Samstag 8.10. James Stevens umrundete per Fahrrad einen Teil des Bodensees. Herr Geßler fuhr mit der thailändischen Lehrerin in die Schweiz.

Sonntag 9.10. Morgens holte ich die thailändischen Begleiter in Meersburg ab. Zuerst kauften die Gäste Schweizer Schokolade ein. Dann besichtigten wir das hübsche Städtchen Stein am Rhein mit seinen bemalten Häusern. Hier machten wir auch ein Picknick. In Gaienhofen besichtigten wir intensiv das Hermann Hesse Museum, den James verehrt diesen Schriftsteller besonders. Zum Abschluss besuchten wir noch das Weltkulturerbe Insel Reichenau. Zuerst betrachteten wir die alten Wandmalereien in St-Georg, dann das Münster in Mittelzell.

Montag 10.10. Herr Hocke und Herr Müller machten am Vormittag einen großen Physikkurs für die thailändischen Schüler.
Am Nachmittag fuhren wir mit Bus und Bahn nach Überlingen, um im Goldbacher Stollen etwas über die nationalsozialistischen Verbrechen zu erfahren. Herr Kley erklärte eindrücklich die Geschichte dieser 4 km Stollen, die politische Häftlinge des Konzentrationslagers Aufkirch, eines der vielen Außenlager des KZ Dachau, im 200 Tagen in den Molassefels sprengten. Er erzählte von dem Leiden, dem Hunger, den Schikanen und der unmenschlich schweren Arbeit der Häftlinge.

Dienstag 11.10. Heute mussten wir etwas früher aufstehen, denn kurz vor 8 Uhr starteten wir mit dem Flixbus nach München, das wir nach gut drei Stunden bei gutem Wetter erreichten. Nach einer halben Stunde Fußmarsch erreichten wir den Marienplatz rechtzeitig für das Glockenspiel am Rathausturm. Dann erklommen wir die unzähligen schmalen Stufen des Alten Peters, einem Kirchturm am Marienplatz. Bei noch gutem Wetter hatten wir eine Übersicht über die Stadt München, nicht aber bis zu den Alpen. Bis 17.30 Uhr konnte wir ausschwärmen, um auf dem Viktualienmarkt heimische Delikatessen zu genießen, die Stadt zu besichtigen und zu shoppen. Etwa um 22 Uhr erreichten wir wieder Meersburg.

Mittwoch 12.10. Etwa um 8 Uhr brachen wir und die thailändischen Gäste auf. Per Fähre und Bus gelangten wir zum Bahnhof Konstanz. Der Weg zum ALM führte über die Markstätte mit dem Brunnen mit Motiven vom Konzil, vorbei am Münster und dem Fundament des römischen Lagers, über die Rheinbrücke mit dem Blick auf die Jugendstilhäuser der Seestraße. Im ALM war eine Ausstellung mit Playmobilfiguren zum Thema Pfahlbauten aufgebaut, an der das Leben in der Stein- und Bronzezeit erklärt wurde.
Anschließend ging es an eine praktische Arbeit: Buchbinden nach traditioneller Methode. Die gefalteten Seiten wurden paarweise mit Fäden verbunden und fünf dieser Blattpaare mit zwei Lederbändchen zusammengefügt. Mit den überstehenden Fäden der Blattpaare wurden die Blätterpaare fest verbunden und auf die überstehenden Lederbändchen vorne und hinten als Buchdeckel zwei Brettchen geklebt. Fertig war das „My First Selfmade Notebook“, das mitgenommen werden durfte. Nun machte sich allgemein Hunger bemerkbar und wir verköstigten uns in der City an verschiedenen Imbissständen. Für den Rückweg wählten wir das Schiff, die „Vorarlberg“, um bei Sonnenschein nach Meersburg zurückzufahren.
Die thailändischen Schüler breiteten noch eine Videopräsentation und einen Tanz für die vorgezogene Farewell Party am Abend in Geigers Brennstüble vor. Um 19.00 Uhr trafen wir uns dort. Die Gastgeber erfreuten uns mit Münchner Weißwürsten, Brezeln und Kartoffelsalat. Die Thailändischen Studenten zeigten eine Präsentation über die Mahidol Wittayanusorn Science School und einen thailändischen Tanz. Herr Geiger zeigte uns zum Abschluss noch seinen Weinkeller, in dem er schon viele prämierte Weine ausgebaut hatte.

Donnerstag 13.10. Die ersten vier Stunden verbrachten die thailändischen Schüler mit ihren Buddies im Unterricht. Gegen Mittag fuhren wir per Bus nach Friedrichshafen, wo wir etwa zwei Stunden im Zeppelinmuseum die technischen Meisterleistungen des Zeppelinbaus studieren konnten. Der Nachbau eines Teils der „Hindenburg“ ließ den Komfort einer Zeppelinreise erahnen. In der Zwischenzeit waren die DHG-Schüler nachgekommen und wir fuhren zum Zeppelinhangar hinaus. Wegen des Windes war leider kein Flugbetrieb. Aber ein kundiger Mitarbeiter der Zeppelinreederei führte uns durch den Hangar, in dem gerade die beiden Zeppelin NT lagen. Er erklärte uns anschaulich die Konstruktion und den Betrieb der modernen Luftschiffe, die nicht nur für Passagierfahrten, sondern auch für die Forschung eingesetzt werden. Den frühen Abend verbrachten wir bei Bowling im Bodenseecenter.

Freitag 14.10. Um 8.10 Uhr brachen wir per Bus zum letzten Ausflug nach Überlingen auf. Im Münster zu Überlingen erklärte uns die Münsterorganistin, Frau Jäger-Waldau, die Orgel mit ihren Manualen, Pedalen, Registern und auch ihrem „Innenleben“, die die verschiedensten Arten von Orgelpfeifen erklingen lassen. Den Orgelklang demonstrierte sie mit einer Toccata und einer Improvisation über „Stille Nacht“. Die thailändischen Schüler sangen zu Ehren ihres verstorbenen Königs, HRH König Bhumibol, die Königshymne und Frau Jäger-Waldau spielte spontan zur Melodie der Königshymne eine eindrucksvolle Improvisation.
Dann wanderten wir durch die Altstadt zum Hafen mit dem Peter-Lenk-Brunnen mit Martin Walser als Reiter über den Bodensee. Der Abschluss war die Besichtigung der Wallfahrtskirche Birnau im Rokokostil mit dem Honigschlecker und den historischen Uhren. Für den verstorbenen HRH König Bhumibol entzündeten wir Kerzen und beteten für ihn.
Nun mussten die Koffer endgültig gepackt werden, denn bald nach 15 Uhr brachen wir nach Zürich Flughafen auf. Unterwegs machten wir noch einen Zwischenhalt, um den Rheinfall von Schaffhausen zu besichtigen. Zum Greifen nah donnern die Wassermassen über die Felsen hinab.
Rechtzeitig erreichten wir den Flughafen, sodass die Gäste gemütlich einchecken konnten. Allerdings musste so manches Kilo Schokolade vom Koffer ins Handgepäck umgeladen werden. Noch ein Gruppenfoto und die Gäste verschwanden winkend in Richtung Security und Passkontrolle.

Einen herzlichen Dank an alle, die zum gelungenen Programm der beiden Wochen beigetragen haben.

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Bilder und Text: Hr. Kirchhoff